Les Miserables

MUSICAL

 

Unsere Mittelschüler bringen ein Musical auf die Bühne   –   Auftritt im Festsaal des Neuen Rathauses zu Leipzig

Miserables

“Ein Wälzer mit 1600 Seiten. Eine Geschichte über das Leben der Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Nie im Leben, behaupten die drei Erzählerinnen, würden sie so etwas lesen. Inzwischen kennen Franziska Röthel, Manuela Albert und Anna Kellermann den Klassiker besser als die meisten ihrer Altersgenossen. Fast ein ganzes Jahr haben die Mittelschüler das Musical “Les Miserables” nach dem Roman von Victor Hugo geprobt. Am Donnerstagabend, 29.05.08, kam das Werk im vollbesetzten Festsaal des Leipziger Neuen Rathauses zur Aufführung – in einer ungewöhnlichen Besetzung: Im Chor und unter den Solisten befanden sich 32 waschechte Franzosen, Austauschschüler aus dem College Jean Rostand der Gemeinde Les Herbiers im Westen Frankreichs.

Miserables3 Das Projekt lockte rund 400 Zuschauer in den Saal. Auch Lehrer aus anderen Schulen waren gekommen, um sich die gelungene deutsch-französische Koproduktion an- und abzusehen. “Das Musical setzt Zeichen, was Mittelschule sein kann – international und vielfältig”, zeigte sich Leipzigs Europa-Referentin Gabriele Goldfuß hocherfreut. Die Beauftrage der Stadt für internationale Angelegenheiten hatte Saal und Technik für das Stück bereit gestellt. “Es freut mich, dass der Austausch immer breiter angelegt wird, neben der Sprache auch Musik und Kultur dazukommen”, begründete sie die Unterstützung der Stadt.

 

Nicht immer ist es jedoch einfach, überhaupt eine Schule zum Austausch zu finden. Im Fall von Liebertwolkwitz ist die Zusammenarbeit mit Les Herbiers lange gewachsen. Über den Freundschaftsverein bestanden schon seit 1997 Kontakte. 2004 fand dann der erste Austausch mit der Geschwister Scholl Schule statt, obwohl die französische Gesamtschule bereits einen Partner in Westdeutschland hatte. Vor zwei Jahren entstand die Idee, “Les Miserables” gemeinsam aufzuführen. Chor, Orchester und Solisten übten das Musical seit Anfang des Jahres am Wohnort ein. In der Woche des Austausches (26.05.-01.06.08) standen drei gemeinsame Proben auf dem Programm, und eine Aufführung vor dem jeweiligen Publikum.Miserables2

“Ein wenig miserabel fühlen wir uns schon”, gestanden die drei Erzählerinnen gleich zu Beginn der Aufführung. Das Lampenfieber nagte. Doch unter der fabelhaften Begleitung des Orchesters der Musik- und Kunstschule “Ottmar Gerster” geriet der Abend zum großen Erfolg. Sarah Fröhlich und Jasmin Kaiser gaben anrührend die kranke Mutter Fantine und ihre Tochter Cosette. Der fast 80 Kinder starke Chor untermalte die Handlung mit deutschen und französischen Liedtexten nach Anleitung der Musiklehrer Dominique Koppe und Silke Anders.

Eine Woche haben die Franzosen in Leipzig verbracht, neben den Proben vier Museen, ein Gewandhaus-Konzert und Dresden besucht. Zum Abschluss stehe noch eine Kanufahrt in Markkleeberg auf dem Programm, erklärte Französisch-Lehrerin Kornelia Hempel. Dann geht’s nach Frankreich zur nächsten Aufführung.”

 

Stephanie von Aretin, LVZ vom 31.05./01.06.08